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Hofhistorie von "Weetmüller’s Hoff"
"Ferienhof Holste" – angekommen im Hier und Jetzt
Der "Ferienhof Holste" besticht vor allem durch das Ensemble von vier denkmalgeschützten Fachwerkgebäuden, die konzentrisch zum grasbestandenen und leicht abschüssigen Innenhof angeordnet sind. Die beiden größten Gebäude, das Haupthaus und die Scheune, begrenzen den mit Kopfsteinen gepflasterten Vorhof. Das stattliche Wohnwirtschaftsgebäude, ein Zweiständer-Hallenhaus, beeindruckt mit den großen Dachflächen des Halbwalmdaches. Die innere Hoffläche wird von mächtigen Solitärbäumen aus Hofeichen und –buchen umsäumt. Der hintergelagerte "Eichhof" und ein kleines Waldstück bilden den Übergang zur angrenzenden Landschaft. Im Zuge der wirtschaftlichen Neuorientierung werden diese Merkmale des Heidehofes gepflegt und sukzessive erweitert oder erneuert.
Die Hofanlage besteht aus folgenden Gebäuden:
- dem Haupthaus, einem großen Bauernhaus aus dem 17. Jahrhundert, das uns in der Umbauphase von 1870 erhalten ist,
- der großen Scheune,
- der "Mühle", einem scheunenartigen Mehrzweckgebäude,
- dem Schafstall samt vorangestelltem Fachwerkpavillon und
- dem Wagenschauer
Die Ferienhofanlage ist in den Gebäuden 3. und 4. eingerichtet. Im ehemaligen Mühlengebäude sind in liebevoller Detailarbeit das Hofcafé und zwei Ferienwohnungen entstanden. Im ehemaligen Schafstall sind zwei 4-Personen-Wohnungen im Erdgeschoß und zwei 2-Personen-Wohnungen im Obergeschoß eingerichtet. Bei den Baumaßnahmen wurden vor allem ökologische Baustoffe wie Lehmputz oder Holz verwendet. Das Interieur der Wohnungen ist sehr individuell ausgestaltet worden.
Aus einem ehemaligen landwirtschaftlichen Betrieb, der über Jahrzehnte brach lag, ist so ein kinderfreundlicher Ferienhof mit besonderem Flair geworden.
Seit Ostern des Jahres 2002 ist die komplette Anlage in Betrieb und wird von Christa und Giselher Holste bewirtschaftet.
Jüngste Entwicklung der Hofstelle "Weetmüller" – ein neuer Anfang
Seit 2000 wurde die gesamte Hofstelle umfassend saniert. An den Bauarbeiten, die sich über etwa zwei Jahre hinzogen, waren die ganze Familie und eine Schar sachkundiger Handwerker tatkräftig beteiligt. Durch die mit dem Amt für Denkmalschutz abgestimmten Umbaumaßnahmen konnte die ursprüngliche Architektur der einzelnen Gebäude – mit viel Liebe zum Detail – erhalten werden, die der Hofanlage ihren ganz besonderen Charme verleihen.
Mit der Einrichtung von Ferienwohnungen und eines Hof-Cafés wurde dem Hof ein völlig neues Nutzungskonzept zugrunde gelegt. Bis zu Beginn der 1970er Jahre war die Hofstelle noch landwirtschaftlich bewirtschaftet worden, in der Folgezeit allerdings standen die Wirtschaftsgebäude leer und waren dem stetigen Verfall ausgesetzt. Dies hatte einerseits den Vorteil, dass die historische Bausubstanz von klassischen Modernisierungen verschont blieb, andererseits den Nachteil, dass witterungsbedingte Schäden nur in geringem Umfang behoben wurden.
Für die Nutzung des Mühlengebäudes wurden der obere Teil des Südgiebels, der Dachstuhl, Teile der Außenwände sowie die bestehenden Innenräume rekonstruiert und erneuert. Einige Hölzer der Fachwerkkonstruktion sind als zweitverwendete Fachwerkteile wie beispielsweise Ständer und Riegel freigelegt worden. Unter dem Schleppdachanbau des Mühlengebäudes auf der hofabgewandten Seite ist ein wintergartenartiger Teilbereich des Cafés entstanden.
Das Fachwerkgefüge des Mühlengebäudes ist bis auf den Bereich eines nachträglich eingefügten Tores am Nordgiebel vollständig erhalten worden. Neben dieser kleineren Rekonstruktion sind am Fachwerk lediglich Schwellenerneuerungen und kleinere Reparaturen vorgenommen worden.
Auch beim ehemaligen Schafstallgebäude waren wir sehr bemüht, alle alten Bauteile und Konstruktionstechniken so weit wie möglich zu erhalten. Veränderungen der bestehenden Konstruktionen wie Wandaufbauten, Decken etc. wurden daher mit größtmöglicher Rücksichtnahme auf das vorhandene Gebäude durchgeführt. Die Bauabwicklung erfolgte nach Expertisen der eingebundenen Denkmalpfleger.
Die Geschichte der Hofstelle "Weetmüller" – 300 Jahre
Einträge in Gemeinde-, Kirchen- und Katasterunterlagen geben Hinweise darauf, dass die Hofstelle seit dem Jahre 1756 im Familienbesitz ist. Seit Generationen ist der Hof unter dem Namen "Weetmüllershof" bekannt. Der Hofname "Weetmüller" könnte aus dem Plattdeutschen stammen ("Weeten" für Weizen – "Müller" für Mühlenbetrieb) und soviel bedeuten wie "Weizenmüller".
Um das ursprüngliche Baujahr vom ältesten Gebäude, dem Wohnwirtschaftsgebäude, ermitteln zu können, wurden Bohrproben von den mächtigen Decken- und Vorschauerbalken gemacht und durch ein dendrochronologisches Gutachten ausgewertet. Anhand der ausgezählten Jahres- und Splintringe der Eichenbalken konnten die Fälljahre der entsprechenden Eichenbäume relativ exakt festgelegt werden. Demnach kann bei einer Abweichung von bis zu 5 Jahren von einer Verzimmerung des Gebäudes im Jahre 1680 ausgegangen werden.
Von den vier Hofgebäuden, welche die mit Kopfsteinen gepflasterte Hoffläche im Rechteck begrenzen, tritt vor allem das stattliche Wohnwirtschaftsgebäude mit den großen Dachflächen des Halbwalmdaches hervor, das hinter einem Vorgarten traufständig zur Straße liegt. Es handelt sich hier um ein Zweiständer-Hallenhaus, das in der Region häufiger anzufinden ist. Im Jahre 1870 zerstörte ein Sturm das mit Stroh gedeckte Dach. Die Dachfläche wurde mit rautenförmigen Zementmörtelziegeln neu eingedeckt und vermutlich wurden der Wohnwirtschaftsgiebel als auch der Dielen- und Stallbereich in dieser Zeit erneuert.
Die Baujahre der drei Wirtschaftsgebäude des Ensembles ermitteln sich wie folgt:
- Schafstall + Stallgebäude: erbaut 1813
- Speicher + Mühlengebäude: erbaut 1895
- Scheunengebäude: erbaut 1906
Die "Mühle" ist ein Stall- und Scheunenbau aus dem 19. Jahrhundert. Das vorliegende Mehrzweckgebäude hat jedoch offensichtlich auch einen Pferdestallbereich besessen. Es ist möglich, dass der Pferdestall zu einer sogenannten "Reiterkammer" gehörte. Größere Höfe mußten eine Unterbringungsmöglichkeit für einen berittenen Soldaten stellen. Am Südgiebel des Gebäudes befindet sich eine Vorratskammer - eine Art Speicherraum. Zu der Motormühle im Erdgeschoss war im Dachgeschoss ein Kornspeicher vorhanden.
Zur Geschichte der Ortschaft Nordkampen
Die Ortschaft Nordkampen wurde erstmals im Jahre 1255 in der Urkunde Nr. 43 des Urkundenbuches des Klosters St. Johannis zu Walsrode erwähnt. Der Ortsname leitet sich von dem altdeutschen Wort " Kamp" ab, was soviel wie eingefriedetes Saatlandstück bedeutet. Nord steht für die Himmelsrichtung Norden, als Abgrenzung zum Nachbarort Südkampen.
Ab 01.03.1974 ist Nordkampen im Rahmen der Gebietsreform der Stadt Walsrode zugeordnet worden. Seit Jahren beläuft sich die Einwohnerzahl auf knapp unter 500 Personen; die Gemarkungsfläche beträgt 13.78 qkm. Nordkampen liegt im Südwesten des Landkreises Soltau – Fallingbostel am Rande der Lüneburger Heide.
Mit dem Wittmoor im Westen und dem Flusslauf der Lehrde im Nordwesten bildet die Gemarkung die Grenze zum Landkreis Verden, eine Grenze mit langer geschichtlicher Bedeutung. Die Lehrde wurde hier im Jahre 1581 als Landesgrenze anerkannt und teilte das Bistum Verden vom Fürstentum Lüneburg. Behauene Grenzsteine aus jener Zeit weisen auch heute noch auf die Zugehörigkeit Nordkampens zum ehemaligen Fürstentum Lüneburg hin.
Nach dem niederdeutschen Wort "Snede" für Grenze handelt es sich folgerichtig um "Snedensteine". Durch die Zugehörigkeit des Bistums Verden von 1648 bis 1712 zum Königreich Schweden ist die für diese Steine gebräuchliche Bezeichnung als " Schwedensteine" zu erklären.
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